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vendredi 13 novembre 2009

Hermann Hesse-Im Nebel

*Calw 02.07.1877
+Montagnola 09.08.1962
Recueil: Sämtliche Gedichte/poèmes





Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
kein Baum sieht den andern,
jeder ist allein.

Voll von Freuden war mir die Welt,
als noch mein Leben licht war,
nun, da der Nebel fällt,
ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
der nicht das Dunkel kennt,
das unentrinnbar und leise
von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
jeder ist allein.

Ce poème a été proposé en commentaire par Martine.

lundi 12 janvier 2009

Hermann Hesse-Glück

*Calw 02.07.1877
+Montagnola 09.08.1962
Recueil: Gedichte






Solang du nach dem Glücke jagst,
Bist du nicht reif zum glücklich sein
Und währe alles Liebste dein.

Solange du nach Verlorenem klagst
Und Ziele hast und rastlos bist,
Weißt du noch nicht, was Friede ist.

Erst wenn du jedem Wunsch entsagst,
Nicht Ziele mehr, noch Begehren kennst,
Das Glück nicht mehr mit Namen nennst,

Dann reicht dir des Geschehens Flut
Nicht mehr ans Herz - und deine Seele ruht.

mercredi 15 octobre 2008

Heinich Heine-Die Loreley

*Düsseldorf 13.12.1797
+Paris 17.02.1856
Genre: Romantisme






Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
Daß ich so traurig bin,
Ein Märchen aus uralten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig fließt der Rhein;
Der Gipfel des Berges funkelt,
Im Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar,
Ihr gold'nes Geschmeide blitzet,
Sie kämmt ihr goldenes Haar,

Sie kämmt es mit goldenem Kamme,
Und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame,
Gewalt'ge Melodei.

Den Schiffer im kleinen Schiffe,
Ergreift es mit wildem Weh;
Er schaut nicht die Felsenriffe,
Er schaut nur hinauf in die Höh'.

Ich glaube, die Wellen verschlingen
Am Ende Schiffer und Kahn,
Und das hat mit ihrem Singen,
Die Loreley getan.

Traduction de Yves Daunès

Quels sont en moi ces noirs présages ?
Je suis triste au point d'en mourir ;
Une histoire des anciens âges
Sans trêve hante mon souvenir

Au soir, l'air en fraîcheur s'accroît,
Le Rhin coule paisiblement ;
Et au rocheux sommet flamboient
Les reflets du soleil couchant.

D'entre les nymphes la plus belle,
Assise là-haut, rêve encore ;
De sa parure l'or étincelle ;
Elle peigne ses cheveux d'or.

Le peigne est magique, elle chante,
D'un timbre étrange puis vainqueur,
Mélopées et odes envoûtantes
Qui vite inféodent le cœur !

Le nautonier dans sa nacelle
Est saisi d'un poignant transport,
N'a de regards que vers le ciel
Et vient sur l'écueil de la Mort.

Esquif et nocher peu après,
Sous la vague sombrent, je crois ;
Car c'est bien là ce qu'elle fait,
La Lorelei avec sa voix.

lundi 6 octobre 2008

Theodor Fontane-Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

*Neuruppin 30.12.1819
+Berlin 20.09.1898
Genre: Réalisme poétique
Poème pour enfants






Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit
Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn's Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll.
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: "Junge, wiste 'ne Beer?"
Und kam ein Mädel, so rief er: "Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb 'ne Birn".

So ging es viel Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.
Er fühlte sein Ende. 's war Herbsteszeit,
Wieder lachten die Birnen weit und breit;
Da sagte von Ribbeck: "Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab."
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
Trugen von Ribbeck sie hinaus,
Alle Bauern und Bündner mit Feiergesicht
Sangen "Jesus meine Zuversicht".
Und die Kinder klagten, das Herze schwer:
"He is dod nu. Wer giwt uns nu 'ne Beer?"

So klagten die Kinder. Das war nicht recht -
Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht;
Der neue freilich, der knausert und spart,
Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt.
Aber der alte, vorahnend schon
Und voll Mißtrauen gegen den eigenen Sohn,
Der wußte genau, was er damals tat,
Als um eine Birn' ins Grab er bat,
Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus
Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.

Und die Jahre gehen wohl auf und ab,
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtet's wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung' übern Kirchhof her,
So flüstert's im Baume: "Wiste 'ne Beer?"
Und kommt ein Mädel, so flüstert's: "Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick gew' di 'ne Birn."

So spendet Segen noch immer die Hand
Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

Ce poème est connu par beaucoup ici en Allemagne. Il raconte l'histoire de Ribbeck, un vieil homme très riche qui en automne offre aux enfants pauvres du village les fruits de son poirier. Or lorsqu'il meurt, son fils, avare, ne donne rien aux enfants. Or quelques années plus tard, un poirier pousse près de la tombe du vieux Ribbeck: il avait demandé qu'on l'enterre avec l'une de ses poires car il connaissait la pingrerie de son fils...

dimanche 5 octobre 2008

Johann Wolfgang Goethe-Selige Sehnsucht

*Frankfurt am Main 28.08.1749
+Weimar 22.03.1832
Classicisme de Weimar voire précurceur du Romantisme allemand
Recueil: West östlichen Divan (Le divan occidental oriental)

Sag es niemand, nur den Weisen,
Weil die Menge gleich verhöhnet:
Das Lebendge will ich preisen,
Das nach Flammentod sich sehnet.

In der Liebesnächte Kühlung,
Die dich zeugte, wo du zeugtest,
Überfällt dich fremde Fühlung,
Wenn die stille Kerze leuchtet.

Nicht mehr bleibest du umfangen
In der Finsternis Beschattung,
Und dich reißet neu Verlangen
Auf zu höherer Begattung.

Keine Ferne macht dich schwierig,
Kommst geflogen und gebannt,
Und zuletzt, des Lichts begierig,
Bist du Schmetterling verbrannt.

Und so lang du das nicht hast,
Dieses: Stirb und Werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.

Nostalgie* bienheureuse

Ne le dites à personne, sinon aux sages
Car la foule se moque tout de suite:
Je veux célébrer le Vivant
Qui aspire à la mort par la flamme.

Dans la fraîche sérénité des nuits d'amour
Qui t'engendra, où tu engendras,
Te gagne une étrange contagion
Quand brille la bougie silencieuse.

Tu ne restes plus prisonnier
Dans l'ombre des ténèbres,
Et un désir neuf t'arrache
Vers une plus haute union.

Nulle distance ne peut te décourager,
Tu arrives en volant, fasciné,
Et enfin, amoureux de la lumière,
Tu es, papillon, consumé.

Et tant que tu ne détiens pas
Ce : Meurs et deviens !
Tu n'es qu'un hôte obscur
Sur cette terre ténébreuse.

Traduction trouvée sur le net.
Mais de qui est elle?
Où se trouve celle de Henri Lichtenberger?

* il s'agit plus de désir, d'aspiration que de nostalgie